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Was sind die Vorteile vom Hospital@Home?

Wissensdatenbank Mensch Patient*innenzentrierung B.3: Hospital @ Home - reibungsloser Übertritt von PatientInnen aus dem Spital nach Hause durch den Einsatz von Telemedizin und Technologie

Im Hospital@Home werden Patient:innen zu Hause medizinisch betreut. Welche Vorteile hat diese neue Behandlungsform und wer profitiert hauptsächlich davon? 

Problembeschreibung, Forschungsfrage und Relevanz

Oft erleben Patient:innen den Aufenthalt im Spital als wenig komfortabel und fühlen sich in ihrer Freiheit eingeschränkt. Die Essenszeiten sind reglementiert und die Visiten werden starr nach Terminplan vorgenommen. Zimmernachbarschaften können als unangenehm empfunden werden, so dass die Patient:innen lieber im Umfeld ihrer Familie bleiben würden. Zudem können nach einem Spitalaustritt zu Hause Unsicherheiten entstehen bezüglich auftretender Symptome, der Medikation oder der noch unklaren Nachbetreuung.

Verschiedene Hospital@Home-Ansätze bieten hier Lösungen, die es Patient:innen und ihren Betreuenden ermöglichen, medizinische Unterstützung direkt von zu Hause aus in Anspruch zu nehmen - einem Ort, an dem sie sich wohl fühlen1,2.

Dies entspricht dem Konzept eines Spitals der Zukunft das darauf abzielt, die Grenzen des Spitals aufzulösen und die Gesundheitsversorgung umfassender zugänglich zu machen. Die unterschiedlichen Modelle des Hospital@Home sind in einem separaten Beitrag von B3: Hospital@Home im Detail beschrieben.

Ergebnisse und Erkenntnisse

Hospital@Home-Modelle werden in der Schweiz zunehmend als praktikable Alternative zur stationären Behandlung im Krankenhaus angesehen 3 und können Vorteile für verschiedene Stakeholder wie Patient:innen, Angehörige, medizinische Teams und Spitäler bringen:

Patient:innen und Angehörige

Hospital@Home als dezentrales Modell stellt die Bedürfnisse der Patient:innen in den Mittelpunkt. Zahlreiche Studien belegen eine daraus resultierende erhöhte Patientenzufriedenheit 4. Ältere Menschen profitieren besonders, da die Behandlung zu Hause ihre Lebensqualität steigert. Der Komfort des eigenen Bettes verbessert die Schlafqualität. Zudem wird die Mobilität zu Hause gefördert, was sich positiv auf die Genesung, die persönliche Autonomie und auf die psychische Gesundheit auswirkt 5.

Im Hospital@Home Setting können Angehörige besser einbezogen aber auch entlastet und unterstützt werden. Die engmaschige medizinische Betreuung beim Übergang vom Spital nach Hause steigert zudem die Sicherheit, da Fragen jederzeit geklärt und kritische Situationen rechtzeitig erkannt werden. Das Risiko eines Delirs und von Krankenhausinfektionen wird verringert und Komplikationen werden reduziert 6,7. Studien zeigen, dass eine Behandlung im häuslichen Umfeld die Rehospitalisationsrate senken kann 4. Zudem können regelmässige ärztliche Anrufe zur Überprüfung des Gesundheitszustands und der Medikamenteneinnahme die Behandlungstreue erhöhen und eine frühzeitige Beendigung der Behandlung verhindern 2,8.

Spitäler und das Gesundheitswesen

Spitäler profitieren durch die mögliche Senkung der Rehospitalisationsraten, wodurch die Krankenhausinfrastruktur effizienter genutzt wird, und können durch das Angebot der engmaschigen Nachbetreuung gewisse Patient:innen mit einem besseren Gefühl entlassen. Des Weiteren kann insbesondere auch die Unterstützung von ambulanten Behandlungen die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessern. Herausforderungen des Gesundheitswesens wie demografische Entwicklung, Fachkräftemangel und Kostendruck können durch Hospital@Home-Modelle und digitale Innovationen begegnet  werden 9,7,3.

Medizinische Behandlungsteams

Durch attraktivere Arbeitsbedingungen in einer flexiblen Arbeitsumgebung und einem abwechslungsreichen Arbeitsalltag kann die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen erhöht werden. Die Kommunikation wird generell durch das Modell gefördert und gestaltet sich mit den Patient:innen in der häuslichen Umgebung angenehmer und stressfreier 4,1

Zusammenfassung

Die möglichen Vorteile der innovativen Hospital@Home-Behandlungsformen für die verschiedenen Stakeholder sind vielfältig und variieren je nach Ansatz.

Zusammenfassend bietet das Hospital@Home-Modell zukunftsweisende Lösungsansätze für die Herausforderungen im Gesundheitswesen, steigert die Effizienz und Qualität der Versorgung und stellt eine patientenzentrierte Betreuung in den Mittelpunkt. Gewisse Aspekte wie die Zufriedenheit der verschiedenen Stakeholder, werden in der SHIFT Hospital@Home-Pilotstudie untersucht. Die Pilotstudie wird in einem separaten Beitrag beschrieben.

Abbildung 1: Mögliche Vorteile von Hospital@Home

Literatur und andere Quellen

(1) Hehli, Simon; Hudec, Jan. Keine Nervigen Bettnachbarn Und Den Eigenen Kühlschrank in Griffweite: Das Spital Der Zukunft Könnte Das Zuhause Sein. NZZ. May 24, 2024. www.nzz.ch/zuerich/hospital-at-home-die-medizin-der-zukunft-ld.1831657.

(2) Hospital@Home: Spitalpflege einmal anders – nämlich zu Hause. Universimed. www.universimed.com/ch/article/allgemeine-innere-medizin/hospital-home-spitalpflege-377177 (accessed 2025-03-13).

(3) Hospital at Home – A model with a future | Deloitte Switzerland. www.deloitte.com/ch/en/Industries/government-public/perspectives/hospital-at-home.html (accessed 2025-03-13).

(4) Leong, M. Q.; Lim, C. W.; Lai, Y. F. Comparison of Hospital-at-Home Models: A Systematic Review of Reviews. BMJ Open2021, 11 (1), e043285. doi.org/10.1136/bmjopen-2020-043285.

(5) Ouchi, K.; Liu, S.; Tonellato, D.; Keschner, Y. G.; Kennedy, M.; Levine, D. M. Home Hospital as a Disposition for Older Adults from the Emergency Department: Benefits and Opportunities. J. Am. Coll. Emerg. Physicians Open2021, 2 (4), e12517. doi.org/10.1002/emp2.12517.

(6) Medien | Spital Zollikerberg. spitalzollikerberg.ch/de/medien (accessed 2025-03-13).

(7) Hospital at Home: Die Zukunft der Gesundheitsversorgung zu Hause. hospitales.ch/ueber-hospital-at-home, hospitales.ch/ueber-hospital-at-home (accessed 2025-03-13).

(8) Greenwald, J. L.; Jack, B. W. Preventing the Preventable. Prof. Case Manag.2009, 14 (3), 135–142. doi.org/10.1097/NCM.0b013e318198d4e1.

(9) Cryer, L.; Shannon, S. B.; Van Amsterdam, M.; Leff, B. Costs for “hospital at Home” Patients Were 19 Percent Lower, with Equal or Better Outcomes Compared to Similar Inpatients. Health Aff. Proj. Hope2012, 31 (6), 1237–1243. doi.org/10.1377/hlthaff.2011.1132.

 

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